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Aktualisiert: 29. Mai 2021

“Ich bin Herr Wolle“


Da sitze ich nun also. An meinem aktuellen Lieblingsplatz, den Mauern der Ruine Gösting, welche mir schon seit jeher als Ort der Ruhe und Entspannung dienen. Mein sportliches Comeback nach meiner Covid-Erkrankung wird mit einem malerischen, fast märchenhaften Blick über Graz belohnt. Durchschnaufen und genießen, schön ist das!

In Gedanken verfallen, verarbeite ich die letzten Monate. Viel ist passiert, die Instagram Seite explodiert, Anleitungen sind begehrt und das Feedback der Follower ist überwältigend …

Aber fangen wir ganz von vorne an. August 2018. Nach einer, ja für mich schon fast typischen Sportverletzung, sitze ich deprimiert mit einer Schiene um das Fußgelenk am Küchentisch und ärgere mich über das schöne Wetter, welches mir den Tag nicht wirklich einfacher macht. „Papa, du könntest mir ja ein hübsches Herz basteln.

So eines aus Wolle fände ich schön!“ Meine damals 4-jährige Tochter sollte mich besser kennen, denke ich mir. Mein Leben war immer mit typischer Männer-Action gefüllt. Seit meiner frühen Kindheit spielte ich Fußball und nach meiner zweiten Kreuzband Verletzung kam ich dann durch Umwege zum American Football. Fünf

Jahre lang sollte es mich begleiten und mit dem Gewinn des österreichischen Vizemeistertitels gekrönt werden. Rückenprobleme kommen dazu, auch mein geliebtes Motorrad bleibt immer öfter in der Garage.

“Wie bitte was? Ich und basteln? Wolle?“ Nun gut, wie könnte ich ihr einen Wunsch ausschlagen, noch dazu, wenn ich vor Langeweile verrückt werde und sowieso nichts zu tun habe. Also quälte ich mich, während des täglichen Auslüftens in den nächstbesten Schreibwarenladen und besorgte Wolle und Garn. Ja, richtig gelesen! Herr Wolle wusste damals noch nichts über Wollgeschäfte, oder gar etwas von

Qualitätsunterschiede bei Wolle und Garn, oder überhaupt auf was es ankommt. Zuhause angekommen finde ich auf YouTube ein Anfängervideo zu einem gehäkelten Herz, welches ich mir immer und immer wieder angesehen habe, bis mein erstes Werk fertig war. Schön ist etwas Anderes. Ziemlich verzogen das Ganze und hier und da hängen Fäden und sonstiges improvisiertes Füllmaterial (in meinem Fall waren es Abschminktücher meiner Frau) heraus. Doch die strahlenden Augen und die Begeisterung meiner Tochter waren unbezahlbar. „Danke“, sagt sie und ordert bereits das nächste Werk. Ein Bär soll es sein.

Wochen vergehen, die Tochter ist glücklich und auch mein Sohn hat inzwischen seinen Bären erhalten. Unbewusst poste ich es auf meiner privaten Instagram Seite und werde mit Lob und Zuspruch von Freunden und Bekannten überhäuft. Damit mein Feed aber nicht nur mit Häkelwerken gefüllt wird, bekomme ich den Tipp zu einem eigenen Woll-Account und eröffne diesen. Wahnsinn!

Heute, knapp drei Jahre später, folgen mir weit über Zehntausend Menschen, Anleitungen werden kreiert und es gibt einen Onlineshop. Hätte mir das vor drei Jahren einer erzählt, hätten wir herzhaft gelacht.

Aber so kommt es nun mal. Inzwischen sitze ich auf meinem Arbeitstisch, hinter mir drei Schränke voller Wolle und das nächste Projekt auf der Nadel.

Ja so bin ich. Ein Berufssoldat aus Graz. 34, verheiratet, zwei wunderbare Kinder, 6 und 3 Jahre alt, die mich antreiben und immer wieder zu neuen Inspirationen führen.

Schön, dass du zu mir und meiner Seite gefunden hast. Danke, dass du mir folgst und mich auf meinem weiteren „Woll-Weg“ unterstützt!

Abschließend ist es mir sehr wichtig, dass du weißt, dass Herr Wolle inzwischen Schreibwarenläden zwecks Wolleinkäufen meidet und nur noch das allerbeste Material, in den besten Wollläden rund um und in Graz besorgt.




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